§ 34 EstG, Außerordentliche Einkünfte
Paragraph Einkommensteuergesetz

(1) 1Sind in dem zu versteuernden Einkommen außerordentliche Einkünfte enthalten, so ist die auf alle im Veranlagungszeitraum bezogenen außerordentlichen Einkünfte entfallende Einkommensteuer nach den Sätzen 2 bis 4 zu berechnen. 2Die für die außerordentlichen Einkünfte anzusetzende Einkommensteuer beträgt das Fünffache des Unterschiedsbetrags zwischen der Einkommensteuer für das um diese Einkünfte verminderte zu versteuernde Einkommen (verbleibendes zu versteuerndes Einkommen) und der Einkommensteuer für das verbleibende zu versteuernde Einkommen zuzüglich eines Fünftels dieser Einkünfte. 3Ist das verbleibende zu versteuernde Einkommen negativ und das zu versteuernde Einkommen positiv, so beträgt die Einkommensteuer das Fünffache der auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden Einkommensteuer. 4Die Sätze 1 bis 3 gelten nicht für außerordentliche Einkünfte im Sinne des Absatzes 2 Nummer 1, wenn der Steuerpflichtige auf diese Einkünfte ganz oder teilweise § 6b oder § 6c anwendet.


(2) Als außerordentliche Einkünfte kommen nur in Betracht:

1.
Veräußerungsgewinne im Sinne der §§ 14, 14a Absatz 1, der §§ 16 und 18 Absatz 3 mit Ausnahme des steuerpflichtigen Teils der Veräußerungsgewinne, die nach § 3 Nummer 40 Buchstabe b in Verbindung mit § 3c Absatz 2 teilweise steuerbefreit sind;
2.
Entschädigungen im Sinne des § 24 Nummer 1;
3.
Nutzungsvergütungen und Zinsen im Sinne des § 24 Nummer 3, soweit sie für einen Zeitraum von mehr als drei Jahren nachgezahlt werden;
4.
Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten; mehrjährig ist eine Tätigkeit, soweit sie sich über mindestens zwei Veranlagungszeiträume erstreckt und einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten umfasst.


(3) 1Sind in dem zu versteuernden Einkommen außerordentliche Einkünfte im Sinne des Absatzes 2 Nummer 1 enthalten, so kann auf Antrag abweichend von Absatz 1 die auf den Teil dieser außerordentlichen Einkünfte, der den Betrag von insgesamt 5 Millionen Euro nicht übersteigt, entfallende Einkommensteuer nach einem ermäßigten Steuersatz bemessen werden, wenn der Steuerpflichtige das 55. Lebensjahr vollendet hat oder wenn er im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist. 2Der ermäßigte Steuersatz beträgt 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes, der sich ergäbe, wenn die tarifliche Einkommensteuer nach dem gesamten zu versteuernden Einkommen zuzüglich der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Einkünfte zu bemessen wäre, mindestens jedoch 14 Prozent. 3Auf das um die in Satz 1 genannten Einkünfte verminderte zu versteuernde Einkommen (verbleibendes zu versteuerndes Einkommen) sind vorbehaltlich des Absatzes 1 die allgemeinen Tarifvorschriften anzuwenden. 4Die Ermäßigung nach den Sätzen 1 bis 3 kann der Steuerpflichtige nur einmal im Leben in Anspruch nehmen. 5Erzielt der Steuerpflichtige in einem Veranlagungszeitraum mehr als einen Veräußerungs- oder Aufgabegewinn im Sinne des Satzes 1, kann er die Ermäßigung nach den Sätzen 1 bis 3 nur für einen Veräußerungs- oder Aufgabegewinn beantragen. 6Absatz 1 Satz 4 ist entsprechend anzuwenden.


Benachbarte Paragraphen


Die nachfolgende Ergebnisse wurden in öffentlich über das Internet zugänglichen Quellen gefunden. Die Verweise auf diese Informationsquellen dienen der Recherche zum Paragraphen. Bitte beachten Sie, dass die Urheberrechte beim jeweiligen Autoren liegen. Die Pflege dieser Treffer erfolgt automatisiert. Wenn Ihnen ein Treffer ungeeignet erscheint, kontaktieren Sie mich bitte.


PDF Dokumente zum Paragraphen

Steuerliche Begünstigung von Veräußerungsgewinnen Ein Merkblatt ...

https://www.ihk-bonn.de/fileadmin/dokumente/Downloads/Recht_und_Steuern/Koerper...
5. 3.3. Veräußerung gegen wiederkehrende Bezüge. 5. 3.4. Tätigwerden des Veräußerers für den Erwerber nach Betriebsveräußerung 6. 4. Ermittlung des Veräußerungsgewinns. 6. 5. Steuerliche Begünstigungen. 6. 5.1. Fünftelregelung (§ 34 Absatz 1, Satz 2 EStG

St 34b-Mitteilung (Voranmeldung) Sachsen-Anhalt

https://mf.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MF/OFD...
An das Finanzamt . Mitteilung über Schäden infolge höherer Gewalt nach § 34b Abs. 4 Nr. 2 EStG im Wirtschaftsjahr. /. Beginn des Wirtschaftsjahres. 1.1. 1.5. 1.7. 1.10. Auf Basis eines anerkannten Betriebsgutachtens oder eines Betriebswerkes wurde der jä

Anforderungen an Arbeitgeberleistungen zu Prävention und ...

https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praeven...
gemäß § 3 Nr. 34 EStG. Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des allge- meinen Gesundheitszustands sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung geben. Arbeitnehmer müssen diese Zuschüsse nicht versteuern, soweit

. Mitteilung über Schäden infolge höherer Gewalt nach § 34b Abs. 4 ...

https://www.lwk-niedersachsen.de/download.cfm/file/29267.html
Mitteilung über Schäden infolge höherer Gewalt nach § 34b Abs. 4 Nr. 2 EStG im Wirtschaftsjahr. /. Beginn des Wirtschaftsjahres. 1.1. 1.5. 1.7. 1.10. Auf Basis eines anerkannten Betriebsgutachtens oder eines Betriebswerkes wurde der jährliche Nutzungssat

§ 3 Nr. 34 EStG: Betriebliche Gesundheitsförderung

http://www.thaimassage-in-bernau.de/modules/uploadmanager11/admin/index.php?act...
3 Nr. 34 EStG: Betriebliche Gesundheitsförderung. Eine neue Steuerbefreiung wird für die betriebliche Gesundheitsförderung geschaffen. Damit soll die Bereitschaft der Arbeitgeber erhöht werden, die betriebs- interne Gesundheitsförderung zu stärken. Es we


Webseiten zum Paragraphen

Berechnungsbeispiele § 34 EStR, Tarifbegünstigte Einnahmen

http://www.parmentier.de/steuer/estr34.htm
Beispiel 3: Berechnung der Einkommensteuer nach § 34 Abs. 1 EStG mit Einkünften, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen (Entsprechende Anwendung des BFH-Urteils vom 18.5.1994 - BStBl II S. 845). Der Stpfl. hat Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit u

(Ein-)Fünftelregelung - Einkommensteuergesetz § 34

http://www.gesetze-ganz-einfach.de/ein-fuenftelregelung-einkommensteuergesetz-%...
18.05.2015 - B. zuviel gezahlten Lohn zurückzahlen müssen, gilt für die Anwendung der Fünftelregelung EStG § 34 Abs. 1 Satz 3. Das bedeutet, zunächst ist der Negativbetrag von dem steuerpflichtigen Teil der Abfindung abzuziehen, dann zu Fünfteln usw. Mit

Außerordentliche Einkünfte – Lexikon des Steuerrechts – smartsteuer

https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/a/ausserordentliche-einkuenfte-lexiko...
Zur zwangsweisen Beendigung der Betriebsaufspaltung und zur Steuerbegünstigung des Aufgabegewinns nach § 34 Abs. 3 i.V.m. § 16 EStG hat der BFH mit Urteil vom 5.2.2014 (X R 22/12, BStBl II 2014, 388) entschieden, dass Voraussetzung für einen Veräußerungs

Frotscher/Geurts, EStG § 34 Außerordentliche Einkünfte / 9 Ermäßigter ...

https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/frotschergeurts-estg-34-a...
Rz. 69 Außerordentliche Einkünfte i. S. v. § 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG können auf Antrag bis zu einem Betrag von 10 Mio. DM bzw. 5 Mio. EUR ab 2002 nach § 34 Abs. 3 S. 1 EStG mit einem ermäßigten Steuersatz besteuert werden, wenn der Stpfl. das 55. Lebensjahr

Außerordentliche Einkünfte und Fünftelregelung - Steuernetz

https://www.steuernetz.de/lexikon/ausserordentliche-einkuenfte-und-fuenftelrege...
Außerordentliche Einkünfte gehören zu einer der sieben steuerpflichtigen Einkunftsarten des § 2 Abs. 1 EStG und fließen nicht regelmäßig bzw. nicht laufend zu. Sie entstehen im Regelfall durch ungewöhnliche und seltene Geschäftsvorfälle und können nach d


Werbung

  • Verortung im EstG

    EstGIV. Tarif › § 34

  • Zitatangaben (EstG)

    Periodikum: RGBl I
    Zitatstelle: 1934, 1005
    Ausfertigung: 1934-10-16
    Stand: Neugefasst durch Bek. v. 8.10.2009 I 3366, 3862;

  • Hinweise zum Zitieren

    Als Referenz auf das EstG in einer wissenschaftlichen Arbeit

    § 34 EstG
    § 34 Abs. 1 EstG oder § 34 Abs. I EstG
    § 34 Abs. 2 EstG oder § 34 Abs. II EstG
    § 34 Abs. 3 EstG oder § 34 Abs. III EstG

  • Anwalt finden


    Jetzt mit auskunft.de nach einem kompetenten Rechtsbeistand in Ihrer Nähe suchen.

    Kooperation / Werbung
  • Werbung

© 2015 - 2019: Einkommensteuergesetz.net